VORTRAG Die Kaiser Konstantin und Valens sind Thema beim Geschichtsverein Historia
(red). Zum zweiten "Römerabend" des Geschichtsvereins Historia konnte die Erste Vorsitzende Nina Klinkel zahlreiche Zuhörer begrüßen. "Aufhänger" dieses Vortragsabends waren wieder zwei Mommenheimer Fundmünzen - eine aus der Zeit Konstantin des Großen, die andere aus der Zeit Kaiser Valens´.
Zu Beginn stellte Annette Robbel in ihrem Vortrag das Leben und die Bedeutung von Kaiser Konstantin dar. Sie zeigte auf, mit welch skrupellosen Mitteln bis hin zum Mord er zu Beginn des 4. Jahrhunderts die Alleinherrschaft über das römische Reich eroberte. Er ebnete aber auch dem Christentum, das er aus machtpolitischen Gründen förderte, den Weg zur Weltreligion. Nachdem er zehn Jahre von Trier aus regiert hatte, gründete er schließlich Konstantinopel als Kaiserresidenz.
Anschließend gab Dr. Roland Klinger einen Überblick über die Periode der Mainzer Römerzeit. Nach einer Verwaltungsreform wird Moguntiacum (Mainz) die Hauptstadt von Germania Superior. Nachdem der Limes im 3. Jahrhundert gefallen war, kommt es immer wieder zu kriegerischen Auseinandersetzungen der Römer mit den germanischen Stämmen. Daher wird Mainz durch eine Stadtmauer geschützt, die bis ins 19. Jahrhundert die Stadtgrenze bildete. Mitte des 4. Jahrhunderts fällt erstmals die Rheingrenze, die während der nächsten 100 Jahre immer wieder umkämpft ist. Mainz wird mehrfach geplündert und besonders von den Vandalen zu Beginn des 5. Jahrhunderts völlig zerstört. Erst 50 Jahre später verlassen die Römer endgültig Mainz, das nun fränkisch wird.
In der Pause konnten die Zuhörer römische Käsebrote probieren und die Sammlung von 13 Mommenheimer Chroniken einsehen.
Es folgte ein Vortrag von Ernst-Ludwig Schmitz über Kaiser Valens, der, zunächst Herrscher von Ostrom, durch den Tod seines Bruders Valentinian Kaiser über das gesamte römische Reich wurde. Im Inneren gab es immer noch Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Richtungen des christlichen Glaubens. Dazu kamen kriegerische Verwicklungen mit den Sassaniden (Perser) und den Goten. Gegen letztere kam es zur Schlacht bei Adrianopel, die mit einer katastrophalen Niederlage der Römer und dem Tod des Valens endete.
Im letzten Vortrag des Abends erläuterte Ludwig Kranz, der auch wieder eine Münze mitgebracht hatte, wie die wirtschaftlichen und politischen Veränderungen im römischen Reich auch ihren Ausdruck im Münzsystem fanden. Vor Kaiser Diokletian verloren die Münzen beständig an Wert, ihr Silbergehalt ging bis auf Null zurück. Dessen Währungsreform schuf ein neues Münzsystem mit dem Follis, der aber auch immer kleiner und damit wertloser wurde. Ludwig Kranz zeigte dann abschließend die aus dieser Epoche stammenden Mommenheimer Fundmünzen und erläuterte anhand eigener gut erhaltener Gegenstücke, wie Münzen auch bei schlechtem Erhaltungszustand bestimmt werden können. Abschließend fasste er zusammen, dass sich anhand der vier Mommenheimer Fundmünzen sowie der Knochenfunde auf dem Nazarienberg die Besiedlung des Ortes vom 1. bis ins 7. Jahrhundert belegen lässt. So werde Geschichte lebendig.

